Wissenswertes im Zeitraffer

Um 1000 n.Chr. beginnt die Besiedlung des Nordwaldes und damit auch der Gföhler Gegend. Die weiten Forste, die sich zwischen Kamp und Krems ausdehnen, sind alter landesfürstlicher Besitz und werden seit etwa 1300 als "Gföhler Wald" bezeichnet. Ursprünglich mag wohl das Ministerialyengeschlecht der "Geveller" die Verwaltung der Abgaben geführt haben, denn um 1180/1190 wird ein Rudwinus de Gevelli genannt.

Der Ort selbst scheint erstmals 1231 auf, als Ortolf von Ronenberch Herzog Friedrich II. nach Gföhl begleitet.
Gföhl wurde als Holzfällersiedlung wahrscheinlich um 1130 von Bayern und Franken gegründet, der Ortsname lässt sich entweder auf "Gefäll" - Holzschlag, oder auch auf "Gefäll" - öffentliche Abgabe, zurückführen. (Angeblich befand sich zur Babenbergerzeit neben dem "Glaidhof" (Jaidhof = Jagdhof) auch ein "Gefällhof" in unserem Ort.

1111 ließ Markgraf Leopold III. (der Heilige) die Kirche in Meisling wieder errichten und gründete die Pfarre. Um dieselbe Zeit kam das Gebiet um Meisling sowie Krumau in die Hand der Babenberger.

1182 wird Gföhl erstmalig genannt, und zwar als Sitz eines landesfürstlichen Ministerialen als Verwalter des Forstes.

1231 schlichtet in Gföhl Herzog Friedrich der Streitbare einen Streit zwischen Heinrich von Kuenring und Abt Walther von Melk.

Um 1260 soll von der letzten Babenbergerin Margarete, die auf Burg Krumau lebte, die erste Kirche in Gföhl errichtet worden sein.

1307 wird für das Waldgebiet zum ersten Mal der Name Gföhlerwald verwendet. Beim Gföhlerwald war das Landgericht über 62 Orte. Das Landgericht konnte über Leben und Tod urteilen.

Im Jahre 1314 scheint Gföhl bereits als Markt auf, als nämlich Herzog Friedrich der Schöne dem Friedrich von Wallsee den Marktzehent und den Wald um 200 Pfund Wiener Pfennig verpfändet.

1327 wird Gföhl Tochter-Pfarre von Meisling.

1381 lesen wir vom Markt Gföhl und dem "Dörfl zu Thal oder Altengefell" (Altgföhl), dem ältesten Teil unseres Ortes.

Mit der Rodung des Gföhlerwaldes wächst auch die Stellung der Förster (1276 Dietmar, 1341 Hermann Gremlich), die im landesfürstlichen Forsthause, dem Jaidhof, wohnen. Die Siedlung breitet sich von Alt-Gföhl ausgehend bald auch auf der Hochfläche aus und wird zu einem bedeutenden Handels- und Marktort. Gföhl liegt an der alten Salzstraße, die von Krems über Gföhl nach Rastenberg und Zwettl führt.
Schriftliche Urkunden über die Stiftung der Pfarre sind leider nicht vorhanden, es gibt aber die Überlieferung, Gföhl habe durch die unglückliche Babenbergerin Margareta      (+ 1267) als Filialkirche von Meisling (errichtet 1111) seine erste Steinkirche erhalten.
1426 werden Ort und Kirche von den Hussiten verwüstet.

1493 verleiht Kaiser Friedrich III. Gföhl das Marktrecht und Wappen: "Gelber Schild, dessen Grund ein grünes Gebirge bildet. Im Vordergrund schreitet ein Jäger in grauer Kleidung, an einer braunen Leine führt er einen weißen Hund. Hinter dem Weidmann erhebt sich ein grüner Baum". Der älteste erhaltene Siegelstempel stammt aus 1644 und zeigt folgende Legende: "In. Sigel. Des Marcks Gföll. 1644".
In der Reformationszeit verfällt die Pfarre (protestantische Gutsherren), evangelische Prädikanten verbreiten die neue Lehre, lutherische Siedler aus Bayern, Schwaben, der Pfalz und Salzburg werden in den "Ämtern" der Herrschaft Gföhl zu Jaidhof angesiedelt, Streusiedlungen (Gföhleramt, Eisengraber- und Eisenbergeramt, Mittelberger-, Wolfshofer- und Schiltingeramt) entstehen.

Die Rekatholisierung gelingt erst 1665 unter Pfarrer Carpentarius, die Vorgeschichte bilden schwere Auseinandersetzungen zwischen der Mutterpfarre Meisling und der protestantischen Herrschaft, welche das Patronat inne hat.

Während des Bauernkrieges (1595) und des Dreißigjährigen Krieges (1645) muss der Ort viel erleiden.

1608 verkauft Kaiser Rudolf II. zu Prag die Herrschaft Gföhl an den Adeligen Henkel von Donnersmark. Bei der Herrschaft Gföhl waren Landgericht, Mautgerechtigkeit, Umgeldbezirk und der Gföhlerwald im Ausmaß von 53.000 Joch.

1662 kauft Graf Sinzendorf, dessen Wappen heute noch an der Pfarrkirche zu sehen ist, die Herrschaft Gföhl zu Jaidhof. Der Bereich des Gföhler Landgerichtes erstreckt sich vom Kamp bis zum Jauerling.

In den Jahren 1679/81 wütet die Pest, und die Sühnekapelle zur Hl. Rosalia (Gföhleramt) wird errichtet.

In der Zeit von 1715 - 1720 erfolgt der Neubau der Pfarrkirche im Barockstil, 1748 jedoch zerstört ein Großfeuer Kirche und Ort.
1793 erhält Gföhl eine Poststation.

1805 sind im Ort russische Verbündete einquartiert, die keinen guten Eindruck hinterlassen.

1820 bricht abermals eine Feuersbrunst aus, welche Gföhl fast zur Gänze einäschert.

1848 wird Josef Edhofer erster frei gewählter Bürgermeister von Gföhl, er sorgt dafür, dass ein Bezirksgericht so wie ein Steueramt errichtet werden. Nun nimmt der Ort einen gewaltigen Aufschwung.

1866 zittert man vor den heranrückenden Preußen, angeblich erreichen aber nur kleinere Vorhuten die nähere Umgebung.

1867 erfolgt die Gründung der Sparkasse, 1868 der Turnerfeuerwehr.

1883 zählt Gföhl bereits 128 Häuser (1795 waren es 87).

Heute zählt die Stadt Gföhl über 600 Häuser mit etwa 1700 Einwohnern.

Nach Josef Edhofer (1850 erster frei gewählter Bürgermeister) waren es die Bürgermeister Lechner (Gründung einer Sparkasse), Haslinger (Wasserversorgungsanlage), Liebenberger (Errichtung eines Gaswerkes), Kloiber (Bezirksbauernkammer) und Kippes, welche der Gemeinde vorstanden.

Prälat Biedermann schreibt anlässlich des Jubiläums 1927 (600 Jahre Pfarre) in seiner Pfarr-, Herrschafts- und Marktgeschichte:
Durch die Tätigkeit der Baumeisterfamilie Johann Huber, Heinrich Huber (Sohn) und des Herrn Heinrich Huber (Sohn), die bisher 63 Neubauten aufführten, des Herrn Anton Kienast, Baumeister und des Zimmermeisters Herrn Paul Ney wurde Gföhl auf 198 Häuser erweitert und zählt gegenwärtig mit Altgföhl zusammen 1165 Bewohner.

In den beiden Weltkriegen leisten der Ort und seine Umgebung einen hohen Blutzoll, die Namen der Gefallenen und Vermissten scheinen auf dem Kriegerdenkmal in der Pfarrkirche auf.

1929 wird eine Molkerei errichtet.

Nach dem 2. Weltkrieg sind es die Bürgermeister Pfeifer, Weißenböck, Huber und Baldt, welche die Geschicke des Ortes lenken und Gföhl zu einem der wichtigsten Waldviertler Märkte machen.

1968 und 1971 wird Gföhl durch Zusammenschluss von 18 Katastralgemeinden zur Großgemeinde.

Unter Bürgermeister Kommerzialrat Wilhelm Kugler (1969 - 1979) erhielt der Ort sein modernes Gepräge (Kanalisierung der Siedlungen, Großkläranlage, Siedlungshäuser, Hauptschulneubau, Sportanlagen, etc.).

Auf Kugler folgt Dipl.-Ing. Friedrich Fassler (1979 - 1989) als Bürgermeister (Revitalisierung des Edhoferhauses zum heutigen Rathaus, Sicherung der Wasserversorgung und umfassender Güterwegebau).

1981 wird eine neue Wasserversorgungsanlage aus dem Kremstal errichtet.

1982 erfolgt die 800-Jahr-Feier (der ersten Nennung von Gföhl).

1987 wird das neue Rathaus im revitalisierten „Edhofer-Haus“, Hauptplatz 3, in Betrieb genommen.

Von 1989 - 1997 ist Friedrich Reiter Bürgermeister (Senioren- und Startwohnhaus, neues Bad, Feuerwehrhaus, etc.).

1989 erfolgt der Landtagsbeschluss über die Stadterhebung von Gföhl.

1992 wird die alte Straßenmeisterei erworben und der Bauhof in der Bergstraße 29 errichtet.

1993 wird das neue Feuerwehrhaus in der Bergstraße 29 fertiggestellt.

1994 erfolgt die Übergabe des Seniorenwohnheimes und Startwohnhauses in der Missongasse.

1995 ist Betriebsbeginn des neuen Erlebnisbades in der Langenloiser Straße und das Betriebsgebiet in Gföhl-Ost wird erschlossen.

Ök.-Rat Karl Simlinger führte von 1997 - 2013 die Geschicke der Gemeinde Gföhl. In seiner Ära wurde die Sporthalle, der sechsgruppige Kindergarten errichtet und die Hauptschule modernisiert. Der Ausbau der Abwasserbeseitigung und der Wasserversorgung wurden vorangetrieben und viele Kilometer Güterwege und Straßen saniert und ausgebaut. Auch das Rathaus erstrahlt in neuem Glanz für die Bürger von Gföhl. Nur um die wichtigsten Projekte zu nennen.

1999 wird das Biomasse-Fernheizwerk eröffnet. Die Volksschule wird um- und ausgebaut.

2000 geht die Sporthalle der Hauptschule in Betrieb. Im Zentrum werden 59 neue Parkplätze errichtet, der Platz erhält die Bezeichnung „Dipl. Ing. Leopold Figl-Platz“; Baubeginn der Abwasserbeseitigungsanlage Gföhl-Süd. Der Bauernladen an der B 37 wird eröffnet.

2002 wird der Gföhler Hauptplatz umgebaut und die Pfarrkirche außen renoviert.

2003 folgt die Innenrenovierung der Gföhler Pfarrkirche.

2004 wird der Gföhler Wochenmarkt von der Gföhler Wirtschaft Aktiv gestartet.

2005 geht das Abfallsammelzentrum Nord in Gföhl in Betrieb.

2006 wird die Volksschule Rastbach geschlossen und die Kinder werden der Volksschule Gföhl zugewiesen.

2007 wird die neue Post-Zustellbasis für die Postämter Gföhl und Rastenfeld im Betriebsgebiet errichtet.

Das neue Musikheim in der Zwettler Straße wird eröffnet.

2008 werden Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Ök.-Rat Prof. Franz Fux zu Ehrenbürgern der Stadtgemeinde Gföhl ernannt und Bürgermeister a.D. Friedrich Reiter erhält den Ehrenring der Stadtgemeinde Gföhl.

2009 wird das Hauptschulgebäude um 1 Mio. Euro umgebaut und die Volksschule um 300.000 Euro saniert. Der sechsgruppige Kindergarten in der Kreuzgasse wird offiziell eröffnet.

2012 wird das Pfarrheim umgebaut und aufgestockt.

2013 wird die Stadtbibliothek in die Räumlichkeiten der Hauptschule verlegt.

Seit Jänner 2014 ist mit Bürgermeisterin Ludmilla Etzenberger erstmals in der Geschichte der Stadt Gföhl eine Frau an der Spitze.

2015 erfolgt die Neueröffnung des Stadtarchivs in der ehemaligen Bücherei.

2016 wird das denkmalgeschützte Rathaus restauriert und saniert.

Die Gemeinde im Überblick
Allgemeines
Einwohner: 3.758
Fläche: 80,72 km²
Seehöhe: 578 m
18 Katastralgemeinden: Felling, Garmanns, Gföhl, Gföhleramt, Grottendorf, Großmotten, Hohenstein, Lengenfelderamt, Litsch- und Wurfenthalgraben, Mittelbergeramt, Moritzreith, Neubau, Obermeisling, Rastbach, Reisling, Reittern, Seeb, Untermeisling
Sport- und Freizeiteinrichtungen, sowie
Sehenswürdigkeiten (www.gfoehl.at)
Erlebnisbad mit großem Becken und Kinderbecken, sowie Spielplatzanlage, Tischtennis und Beachvolleyballplatz, Mountainbikestrecken, beschilderte Wander- und Radwanderwege, Gespann- und Kutschenfahrten, Reiten, Fischteiche, Tennisplätze, Sportplätze, Skaterplatz,
Langlaufloipen samt Schiverleih, Stadtbücherei, Skulpturenpark mit den 14 Nothelfern, Bauernhofmuseum, Heurigenbetriebe

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